Change Location × Berlin

    Find Me

    • Use Current Location

    Recent Locations

      PORTUGAL. THE MAN / + OKTA LOGUE in Berlin

      • PORTUGAL. THE MAN / + OKTA LOGUE Photo #1
      • PORTUGAL. THE MAN / + OKTA LOGUE Photo #2
      1 of 2
      September 20, 2013

      Friday   8:00 PM

      Revaler Strasse 99
      Berlin, Berlin 10245

      Performers:
      0 people like this event
      EVENT DETAILS
      PORTUGAL. THE MAN / + OKTA LOGUE

      PORTUGAL. THE MAN(ALASKA)

      Evil Friends

      Rückblende: Fast exakt ein Jahr ist es jetzt her, dass sich PTM-Frontmann John Gourley im Frühling 2012 in New York City wieder fand. Genauer gesagt, vor der Wohnungstür von niemand Geringerem als Danger Mouse, bei dem er schon im nächsten Moment klingen würde. Ein Ort, weit weg von seinem jetzigen Zuhause Portland und noch ein ganzes Stück weiter von seiner angestammten Heimat Alaska entfernt. Insgesamt sechs Studioalben in sechs Jahren, Nonstop-Konzertreisen um die ganze Welt inklusive einer gefeierten Support-Tour für die Black Keys und Zwischenstopps auf renommierten Festivals wie dem Coachella, dem Bonnaroo oder Lollapalooza – bis zu diesem Moment war Portugal. The Man die wandelnde Verkörperung des DIY-Rockgedankens.

      Doch als man schließlich mit den Arbeiten zum nun vorliegenden, siebten Album begann und sich Gedanken über die weitere Entwicklung machte, kam Gourley zum einzig plausiblen Entschluss: Nämlich dem, dass die erfolgreichste und künstlerisch befriedigendste Arbeit immer noch die gute alte Zusammenarbeit mit anderen wäre. Geteilte Arbeit ist geteilte Arbeit. Schon damals in Alaska baute er mit seinem Vater zusammen ganze Häuser, baute sich später eine ergebene Fanbase auf und hat auch sonst schon immer nach Partnerschaften und sonstigen Kollaborationen gesucht. Es ging darum, den dringend nötigen, nächsten Schritt zu machen. Den Schritt in die Wohnung seines zukünftigen neuen Partners, Danger Mouse.

      „Er ließ mich herein“, erinnert sich Gourley. „Und irgendwie hatte ich schon von Anfang an das seltsame Gefühl, dass aus der ganzen Sache nichts werden würde. Und ich hatte Recht. Seine ersten Worte waren: Hey, Mann. Nur damit du Bescheid weißt. Ich habe eigentlich keinen Bock, eine Rockband aufzunehmen.` Ich war irgendwie erleichtert; immerhin hatten wir auch vorherige Alben schon selbst produziert und könnten es im Notfall auch wieder tun.“

      Doch irgendwie kam man trotzdem miteinander ins Gespräch über Gott und die Welt. Und erst Recht darüber, wie sehr Danger Mouse „In The Mountain In The Sky“, das 2011er Nachfolgealbum zu Portugal. The Mans Longplay-Durchbruch „The Satanic Satanist“ liebte. „Von diesem Moment an waren wir beide extrem zielstrebig und neugierig, was wir alles zusammen erreichen könnten“, sagt Danger Mouse heute. „Andernfalls wäre eine Zusammenarbeit wohl eher sinnlos gewesen. Also entschieden wir uns, es miteinander zu versuchen und etwas ganz Besonderes, nie Dagewesenes zu erschaffen.“

      Gesagt, getan. Zusammen mit dem 5-fach Grammy-ausgezeichneten Brian Burton aka Danger Mouse (Gnarls Barkley, Beck, The Black Keys, U2) stürzte man sich kollektiv auf das, was nun unter dem Titel „Evil Friends“ das Licht der Welt erblickt hat und was nicht weniger als das Wiedererwachen von Portugal. The Man bedeutet. Zurück in alter, neuer Stärke! Das Ergebnis der gemeinsamen Vorstellungen, verschmolzen zu einem Album. Schließlich begann sich ebenfalls ein festes Line-Up heraus zu kristallisieren: Mit Kyle O`Quin (Keyboard), Noah Gersh (Gitarre, Percussion, Keyboard) und Kane Ritchotte (Drums) komplettieren Zach Carothers (Bass, Vocals) und Sänger/ Gitarrist John Gourley die Band. Gemeinsam hat man versucht, neue Songs mit einem neuen Produzenten zu erarbeiten und etwas zu schaffen, was niemand zuvor versucht hatte.

      Zusammen arbeitete man sich in Los Angeles durch verschiedene Aufnahmesessions in verschiedenen Studios und verbrachte in den Mondo Studios, den Eltro Vox Studios und den Kingsize Soundlabs diverse Monate länger mit der Arbeit an einem Album, denn jemals zuvor. „Doch was am Ende wirklich zu diesem Album beigetragen hat, war die Erkenntnis, diese Periode des Suchens einfach hinter uns zu lassen und sich darüber klar zu werden, wie man etwas tatsächlich Neues, Tolles erschafft“, so Gourley.

      Und so liegen auf „Evil Friends“ ganze Welten zwischen den einzelnen Tracks, so wie vorher auch Welten zwischen den verschiedenen Portugal. The Man-Alben lagen: Wo sich der 2009er Hit „People Say“ noch als ein aufgekratzt fröhliches Gitarrenradrennen herausgestellt hat, da biegt der Titeltrack des neuen Albums heute als unberechenbare Bells-And-Balls-Ballade um die Ecke, die sich aus dezenter Dunkelheit zu einem von Gourleys Falsettstimme von donnernden Gitarren getragenem Punkkracher entwickelt.

      Ein ganzes Jahr haben Portugal. The Man schließlich benötigt, um nach sieben Jahren des ständigen Tourens einen Gang runter zu schalten. Sich die Zeit zu nehmen, die bei Tag und Nacht entstandenen Aufnahmen mit Danger Mouse in pures Adrenalin, in Worte, die gleichzeitig Licht und Schatten bedeuten, in vor Gefahr und eigensinniger Liebenswürdigkeit nur so strotzender Songs zu verwandeln. Und so erscheint „Evil Friends“ rückblickend für alle Beteiligten wie ein glücklicher Zufall in Sachen Songwriting, wie Danger Mouse zugibt. „Mir war so, als würde ich Zeuge, wie sie etwas ganz Eigenes auf die Beine stellten. Ich ließ sie machen und habe mich so sehr zurück gehalten, wie bei bisher keinem anderen Künstler, den ich produziert habe. Sie haben schon genügend Alben rausgebracht – ich dachte, es wäre vielleicht ganz witzig, sie ein wenig zu kitzeln...“

      „Zu Anfang fragte ich Danger Mouse, warum er darüber sprechen wollte, ein Album zu machen“, so Gourley. „Er gab zu, dass er ziemlich überrascht war, als er uns erst einmal live gesehen hatte. Er meinte, er wusste vorher nicht, dass wir tatsächlich so klingen könnten, wie wir klangen. Er hatte irgendwie eine andere Vorstellung von uns – auch ich habe es schon auf Festivals etc. bemerkt. Doch sobald wir zusammen ins Studio gingen, konnten wir sein, was wir nun sind! Here we are, we`re this band! Let´s just make it together!“
      http://www.portugaltheman.com | https://www.facebook.com/portugaltheman

      OKTA LOGUE

      Tobias Thomas (DJ und Journalist) über Okta Logue:
      »Wie und wo und wann fing das eigentlich an, dass ausgerechnet ich, als ausgewiesener Techno-Veteran, ehemaliger Popschreiber, expliziter Popkulturanhänger und schließlich Pet Shop Boys- und The Smiths-sozialisierter mich für diese Band begeistern lassen konnte?

      Natürlich fing alles an mit »Bright Lights«, diesem überaus gelungenen und zu Recht mit Preisen überhäuften Meisterwerk von Videoclip, der im Alleingang von Okta Logue mit Freunden in Szene gesetzt wurde.Okta Logue waren – das zeigte sich schon in diesem frühen Stadium ihres Werdens – ohne das Visuelle, ohne ein bestimmtes, die Musik begleitendes Image für mich erstmal nicht denk- und anfangs auch kaum hörbar. Also, wäre man blind, so stelle ich mir vor, müsste man Okta Logue nicht unbedingt gleich verstehen oder gar mögen; wäre man taub, bliebe wenigstens noch was übrig, an dem man sich erfreuen könnte.

      Sprich: Hörte sich zwar beim Erstkontakt an wie die Musik von diesen alten Zauseln, die in den Plattenläden meiner Kindheit bzw. den alternativen Studentenkneipen meiner Jugend rumhingen, sauviel Ahnung von Krautrock, Blues und Prog-Rock hatten und nach dieser eigentümlichen Mischung aus Bier und Tabak rochen, aber schon beim zweiten Blick wird klar, dass diese junge Band aus der hessischen Dispora ganz unbedingt dem ewigen Universum des Cool und ganz klar dem unsterblichen Reich der Popmusik zuzuorden sind. Das liegt unter anderem an den feinen Zeichen und geheimen Codes, die etwa in »Bright Lights«, aber auch in anderen Videos und Dokumentationen der Band geradezu im Überfluss zu finden sind: Zu enge Jeans, zu knappe Badehosen, zu spitze Schuhe, unmöglicheFrisuren, viel zu kurze Männer-T-Shirts, und klar, das ganze Programm von nackt im Meer schwimmen, viel Bier trinken und Zigaretten selber drehen kommt natürlich auch noch dazu.

      Okta Logue präsentieren sich, wenn sie nicht gerade einfach nur a) für ihr Alter recht ungewöhnliche und b) für ihr Alter verdammt gute Musik machen, unaufhörlich als das Inbild einer ultracoolen Bande von Jungs, die nichts lieber tun als Autobahnen in ihrem dunkelroten Vintage-Bandbus unsicher zu machen, um dann auf romantischen Festivals fernab von rockenden Ringen und Parks ihre Gitarren auszupacken. Ja, an Okta Logue ist eigentlich alles wie früher und immer irgendwie Vintage, sie sind »aus der Zeit gefallen«, wie Beobachter das gerne ausdrücken. Dabei, und das ist ganz entscheidend, versteht es diese Band, ein »altes« Zeichen stets mit einem »neuen« zu verknüpfen, sozusagen ein positiv geladenes Teilchen immer sofort mit einem negativen zu kreuzen, zu kontern und damit den Effekt zu neutralisieren und trotzdem die Spannung hochzuhalten. Man könnte auch sagen, man badet hier pophistorisch betrachtet ständig in einem äußerst aufregenden Wechselbad der Gefühle. Der Hauptdarsteller im Video zu »Bright Lights« hat eben nicht einfach nur eine brutal schwule Badehose an, sondern er trägt auch diesen feinen Oberlippenhipsterbart, eine Nerdbrille und eine Pulle Schnaps in der Hand, die an den in HipHop Kreisen einst so beliebten Courvoisier erinnert. Der ganze kunterbunte Garten, in dem das Video spielt, ist voll mit solchen referentiellen Spielchen, Zitaten und Kontrasten. Da steht sogar ein DJ neben dem Grill, von dessen Bade-Unter-Hose ich besser schweigen will, aber um im freien Fall der Zeichen zu bleiben, hören wir hier eben keine zuvor bereits tausendfach gehörte Indie-Elektro-Mischung oder, mindestens genauso Vintage, Minimal Techno, sondern bluesigen, orgelnden Rock, der beim ersten Hören definitiv aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Ist er aber nicht.

      Auf ihrem neuen Album »Tales Of Transit City« fällt schon im ersten Song »Transit« ein ähnlicher Effekt ins Auge, diesmal jedoch auf musikalischer Ebene. Da blubbert für ein paar Sekunden ein Synthesizer, bevor sich die typisch quengelnden Okta Logue-Gitarren dazu gesellen, ein geradezu jazziges Schlagzeug einen neuen, subtilen Kontrast bildet, Orgel, Gesang und Bass folgen, alles verdichtet sich in einem Anti-Klimax, dann ist der Synthie wieder da, es schäumt auf wie in einem amtlichen Clubtrack und entlädt sich ganz in raveartigen Rockstrukturen. Mit dem ersten Song bereits auf eine wundersame Reise geschickt, hört man im weiteren Verlauf von »Tales Of Transit City« u.a. Beatles-Zitate, Brit-Pop-Reminiszenzen, nie zuvor geschriebene Keith-Richards-Riffs, Wilco-Verbeugungen und clubbige Synthesizer, die auf erhabene Chöre treffen. Ist das Album zu Ende, will man es voller Erstaunen wieder von vorne hören. Okta Logue sind ein blendendes Beispiel dafür, zu welchen außergewöhnlichen musikalischen Ergebnissen junge Bands heutzutage gelangen. Das ist sicher der Plattensammlung der Eltern geschuldet, wahrscheinlich auch den unendlichen Archiven des Internet, vor allem aber auch, hier schließt sich vielleicht ein Kreis zu mir selbst, dem Erbe von 20, 30 Jahren elektronischer Musik- und Clubkultur, die wahrscheinlich so ziemlich jedes Teilchen in diesem Land einmal umgepolt haben. Seitdem wird unter deutschen Dächern einfach anders gerockt, anders getanzt, anders gefeiert, anders komponiert, anders geliebt, anders getextet. All das höre ich im Subtext von Okta Logue. Eine aus dieser Freiheit geborene Gelassenheit, Souveränität und Offenheit macht sich auf »Tales Of Transit City« in jedem Song und in jedem Ton bemerkbar, viel stärker, aber auch viel selbstverständlicher als auf ihrem Debüt »Ballads Of A Burden«.

      Es ist ein verdammt gutes zweites Album geworden - schließlich kann man da allerhand falsch machen – ein Album, dass sich ganz lässig und sexy aus der Vintage-Falle und der Retro-Schublade befreit, dass sich selbst mit den eigenen Waffen schlägt und einen deutlichen Schritt in Richtung Pop geht, ohne sich in Klischees, Pomp oder Kitsch zu verlieren. Okta Logue haben immer noch zu enge Hosen, zu kurze T-Shirts und unmögliche Frisuren, sie werden hoffentlich weiter dieses ultracoole Image einer cross-dressing Hipster-Band pflegen, die mächtig an der Uhr gedreht hat. Wahrscheinlich werden sie auch weiter tolle Videos drehen. Für »Tales Of Transit City« aber braucht es das Image nur noch bedingt. Das ist Musik, die man verdammt gerne hört, selbst wenn man blind wäre.«
      http://oktalogue.com/wordpress/ |

      Categories: Concerts & Tour Dates

      Event details may change at any time, always check with the event organizer when planning to attend this event or purchase tickets.
      COMMENTS ABOUT PORTUGAL. THE MAN / + OKTA LOGUE